Andreas Erb über sein erstes Mal im Synchronstudio

„Die eigene Stimme zu hören und sich selbst zu sehen, ist wirklich seltsam“ – Andreas Erb über sein erstes Mal im Synchronstudio.

Andreas Erb alias Robin Hood über sein erstes Mal im Synchronstudio

Foto: © Andreas Erb, Tina Seyffert/Free Identity

Andreas, Klasse, dass du uns ein paar Fragen zu deinen Erfahrungen aus dem Synchronstudio beantworten kannst. Du spielst in Free Identity den Avatar Robin Hood. Es galt, deinen Szenen einen reinen Klang zu verleihen, wie war es?

Es war witzig. Ich hatte zwar zuerst Bedenken, dass ich das nicht hinkriege und vor allem macht man sich ja auch Sorgen, dass viel von dem Spiel verloren geht, weil man eben nicht mehr in der Situation ist, in der man während des Drehs in der Rolle war. Also die Situation ist wirklich gewöhnungsbedürftig.
Es ist am Anfang nicht so einfach – unter diesen Umständen – wieder ins Spiel reinzufinden und das Gefühl zurückzuholen.

Wie lief das im Studio ab? Wie hast du dich auf die Synchronisation vorbereitet? Kann man das überhaupt?

Nein, vorbereitet habe ich mich nicht wirklich. Ich habe von dem Team der SAE erklärt bekommen, wie es geht und dann haben wir eigentlich gleich losgelegt. Neben der Tonmeisterin, also der Lehrerin, waren zwei Schüler von der SAE da und Tina Grawe, unsere künstlerische Leiterin an der mfa. Ich stand dann in einer Sprecherkabine, die von ihnen durch eine Scheibe getrennt war. In der Kabine stand ein Monitor, auf dem die jeweilige Szene gezeigt wurde und über Kopfhörer habe ich den Originalton gehört. Die anderen hatten auch einen Bildschirm, auf dem sie die Szenen anschauen konnten. Parallel zu dem, was ich ins Mikro gesprochen habe, konnten sie auch nochmal den Originalton hören.  Ich habe versucht zur Szene  – und mit dem Originalton auf den Ohren – sozusagen den neuen Ton drüber zu sprechen.

Das heißt, du hast dort auch erst im Studio das erste Mal eine fertige Szene von dir im Film gesehen, was war das für ein Gefühl?

Ja, das war komisch. Das war echt merkwürdig, weil die Dreharbeiten ja auch schon eine Weile her sind. Es war aber auch schön, weil es echt ein geiler Sommer war und es total Spaß gemacht hat. Da kamen wieder viele Erinnerungen hoch, wie das Haus am Moor und vieles mehr. Aber sich selbst auf dem Bildschirm, oder auf der Leinwand anzuschauen, ist schon komisch.

Also dir geht es trotz deiner Erfahrung – wie anderen Menschen – auch noch immer so, dass du es komisch findest, dich selbst zu sehen und zu hören?

Ja genau, die eigene Stimme zu hören und sich selbst zu sehen, ist wirklich seltsam. Obwohl wir ja jetzt schon einige Sachen von uns selbst gesehen haben, ist es noch immer ungewöhnlich und man muss schmunzeln, wenn man sich sieht und denkt immer: Oh, das bin ich? So bewege ich mich und so rede ich? Da geht es mir genauso wie anderen.

Du hast gesagt, dass die Erinnerungen an die Dreharbeiten wieder in dir hochkamen, hat dir das auch geholfen, dich wieder in den Charakter des Robin Hood, also in deine Rolle einzufinden?

Ja total. Das hätte ich gar nicht gedacht, aber es geht echt ganz gut. Nachdem die Szene einmal lief, war ich wieder drin und konnte die Gefühle und die Situation wirklich gut zurückholen. Die Szenen zu sehen, hilft dabei sehr und es hat richtig Spaß gemacht.

Wie ist dein Fazit zu den Synchronisationsarbeiten? Würdest du das nochmal machen?

Ja, sehr gerne. Es ist zwar völlig anders in so einer Kabine zu stehen und deshalb natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man es das erste Mal macht, aber ich fand es echt schade, das meine Szenen nur so kurz waren. Wenn ich die Gelegenheit habe, mache ich das unheimlich gerne wieder. Ich überlege sogar, einen Synchronisationskurs zu belegen.

Ja, super! Also, wenn uns Jemand nach dir als Sprecher fragt, werden wir die Anfragen gerne weiterleiten.

Ja, macht das ruhig, da freu ich mich.

Wir danken wir dir recht herzlich für das Interview und die Zeit die du dir für uns genommen hast. Und – wir müssen zugeben – wir sind  jetzt natürlich noch etwas gespannter den Film endlich selbst sehen zu dürfen.

Infos zur SAE findet ihr hier

Mehr über die mfa, die Schauspielausbildung und die Projekte gibt es hier

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